roboterunterstützte Knieprothesenoperation

 

Prof. Dr. med. Röhner und Dr. med. Marintschev arbeiten mit einer robotischen OP-Assistenz bei Knie-Endoprothesen.

Moderne Technik für eine präzise Knieendoprothetik

Ein schmerzendes und zunehmend unbewegliches Knie kann die Lebensqualität erheblich einschränken. Häufig ist ein fortgeschrittener Verschleiß des Kniegelenks die Ursache. Wenn konservative Behandlungsmöglichkeiten nicht mehr ausreichend helfen, kann eine Knieprothese eine Möglichkeit sein, Schmerzen zu reduzieren und die Beweglichkeit im Alltag wieder zu verbessern.
Im zertifizierten EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung des HBK werden jährlich rund 700 Knieprothesen implantiert bzw. erneuert. Seit September 2026 kommen moderne robotisch assistierte Operationssysteme bei der Implantation von Knieprothesen zum Einsatz. Die Technologie unterstützt die Operateure dabei, die Positionierung der Prothesenkomponenten anhand der individuellen Anatomie und der während der Operation erhobenen Daten präzise zu planen und umzusetzen.
 

Für wen kommt eine Knieprothese infrage?

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Eine Knieprothese kann sinnvoll sein, wenn das Kniegelenk durch eine fortgeschrittene Arthrose oder andere Erkrankungen dauerhaft geschädigt ist und Beschwerden trotz geeigneter konservativer Behandlung anhalten.
 

Typische Beschwerden sind:

  • Schmerzen bei Belastung oder zunehmend auch in Ruhe
  • eingeschränkte Beweglichkeit des Kniegelenks
  • Schwierigkeiten beim Gehen oder Treppensteigen
  • fortgeschrittener Knorpel- und Gelenkverschleiß

  • zunehmende Einschränkungen im Alltag
  • nächtliche Schmerzen
  • deutliche Einschränkung der Lebensqualität

Ob eine Knieprothese sinnvoll ist, wird immer individuell entschieden. Dabei spielen die Beschwerden, die Untersuchung, bildgebende Befunde, bisherige Behandlungen und die persönlichen Bedürfnisse des Patienten eine Rolle.

Was spricht für eine roboterunterstützte Knieprothesenoperation?

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Bei einer Knieprothesenoperation wird das verschlissene Gelenk durch künstliche Gelenkkomponenten ersetzt.  Am Heinrich-Braun-Klinikum werden unsere Operateure dabei aktuell vom robotischen Operationssystem VELYS™ durch zusätzliche digitale Informationen untersterstützt.
Dabei handelt es sich um ein bildfreies robotisch assistiertes System. Das bedeutet, dass für die robotische Unterstützung keine präoperative CT-Aufnahme des Kniegelenks erforderlich ist. Stattdessen werden die benötigten anatomischen Daten während der Operation direkt am Knie erfasst. Das System stellt dem Operateur unter anderem Informationen über die Beinachse, die Beweglichkeit des Kniegelenks und die Spannung der Bänder und Weichteile zur Verfügung.
Auf dieser Grundlage kann der Operateur die Positionierung der Prothesenkomponenten planen, überprüfen und während des Eingriffs an die individuellen Gegebenheiten anpassen.
 

Das System kann den Operateur unter anderem bei folgenden Schritten unterstützen:

  • Erfassung der individuellen Anatomie des Kniegelenks
  • Bestimmung und Kontrolle der Beinachse
  • Beurteilung der Beweglichkeit des Kniegelenks
  • Beurteilung der Weichteil- und Bandspannung
  • Planung der Positionierung der Prothesenkomponenten
  • präzise Umsetzung der geplanten Knochenresektionen


Gut zu wissen.

Der sogenannte Knie-Roboter operiert nicht selbstständig. Die medizinischen Entscheidungen und die Kontrolle über den Eingriff bleiben jederzeit beim Operateur. Das System ergänzt seine Erfahrung durch zusätzliche digitale Informationen und eine technische Unterstützung bei der Umsetzung der Planung.

Wie läuft die Operation mit dem Robotersystem ab?

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Zu Beginn des Eingriffs werden definierte anatomische Punkte erfasst und die Beweglichkeit des Kniegelenks untersucht. Daraus entsteht ein digitales Modell, mit dem der Operateur die geplante Implantatposition beurteilen kann.
Während der Operation liefert das System fortlaufend Informationen über die anatomischen und funktionellen Parameter des Kniegelenks. Der Operateur kann die Planung entsprechend der individuellen Situation überprüfen und anpassen.
Bei der Vorbereitung der Knochen unterstützt das System die präzise Umsetzung der zuvor festgelegten Resektionen. Die Bewegung der Instrumente wird dabei überwacht und die geplanten Grenzen werden berücksichtigt.

Das Ziel ist eine möglichst genaue und reproduzierbare Umsetzung der vom Operateur festgelegten Planung.

Welche Rolle spielt der Operateur?

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Der Operateur spielt eine zentrale Rolle, da es sich um keinen autonomen Operationsroboter handelt. Das System unterstützt den Operateur, übernimmt aber nicht dessen medizinische Entscheidung.
 

Der Operateur entscheidet beispielsweise über:

  • die geeignete Operationsmethode
  • die Positionierung der Implantatkomponenten
  • die erforderlichen Knochenschnitte
  • die Berücksichtigung der individuellen Anatomie
  • die Beurteilung von Band- und Weichteilsituation
  • die endgültige Implantatposition
Damit verbindet die robotische Unterstützung zusätzliche digitale Informationen mit der Erfahrung des Operateurs.Eine besondere Stärke vom HBK ist, dass Erfahrung mit dem System bereits innerhalb des ärztlichen Teams vorhanden ist.
Dr. med. Ivan Marintschev, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Hauptoperateur, hat bereits an seiner vorherigen Klinik mit dem VELYS™-System gearbeitet. Mit der Einführung am HBK bringt er diese Erfahrung in das Orthopädie-Team und die dortigen Abläufe ein. Gemeinsam mit Prof. Dr. med. Eric Röhner, Chefarzt der Klinik für Orthopädie, bildet er damit ein erfahrenes ärztliches Team für die robotisch assistierte Knieendoprothetik. Neben dem VELYS™-System werden noch weitere robotische Assistenzsysteme evaluiert, um auf Basis dieser Erfahrungen am Ende die Technologie auszuwählen, von der unsere Patienten am meisten profitieren.
 

Welche Risiken bestehen?

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Auch eine robotisch assistierte Knieprothese ist ein operativer Eingriff und kann mit den bekannten Risiken einer Knieendoprothese verbunden sein.

Dazu gehören unter anderem:

  • Infektionen
  • Blutungen und Nachblutungen
  • Thrombosen und Embolien
  • Bewegungseinschränkungen oder Instabilität
  • Verletzungen von Nerven oder Gefäßen
  • anhaltende Schmerzen
  • Lockerung oder Verschleiß der Prothese
  • Notwendigkeit einer späteren Wechseloperation
Die robotische Unterstützung beseitigt diese Risiken nicht. Sie ist ein zusätzliches Instrument innerhalb der operativen Behandlung.

Was passiert nach der Operation?

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Die Nachbehandlung richtet sich grundsätzlich nach dem individuellen Operationsverlauf, dem Allgemeinzustand und den persönlichen Voraussetzungen des Patienten.
 

Zu den wichtigen Bestandteilen gehören:

  • frühzeitige Mobilisation
  • physiotherapeutische Behandlung
  • Aufbau der Beweglichkeit
  • Kräftigung der Muskulatur
  • Thromboseprophylaxe
  • schrittweise Steigerung der Belastung
  • individuelle Nachkontrollen
Wie schnell ein Patient wieder alltägliche Aktivitäten aufnehmen kann, ist individuell unterschiedlich. Pauschale Zeitangaben sind deshalb nur eingeschränkt sinnvoll.Ziel einer Knieprothese ist es, Schmerzen zu reduzieren, die Funktion des Kniegelenks zu verbessern und dem Patienten wieder mehr Beweglichkeit und Lebensqualität im Alltag zu ermöglichen.